Programmiersprachen

Informatik Thomas Lingens

Übersicht

Die Arbeitsanweisungen an einen Rechner müssen in einer der Maschine verständlichen Sprache formuliert werden. Diese zum Abfassen von Programmen geschaffenen Sprachen bezeichnet man als "Programmiersprachen". Sie ähneln einer Fremdsprache, denn sie bestehen aus Zeichen und Regeln, ermöglichen die Kommunikation mit dem Computer und die Erstellung von Programmen bzw. Software.

Eine ausführliche Beschreibung der wichtigsten Sprachen findet man unter: Uni Magdeburg

Programmiersprachen werden in niedere oder maschinenorientierte sowie in höhere oder problemorientierte Programmiersprachen unterschieden.

Niedere Programmiersprachen wie Assembler erzeugen sehr schnelle Programme, die aber meistens aufwändig zu erlernen sind. Ein weiterer entscheidender Nachteil von Programmen in niederen Programmiersprachen ist ihre erforderliche vollständige Neuentwicklung, wenn sie auf einem anderen Rechner eingesetzt werden sollen.

Höhere Programmiersprachen dagegen sind meist einfach erlernbar, weil sie nicht nur aus einem maschinennahen Code bestehen, sondern auch aus Teilen natürlicher Sprachen wie
z. B. Englisch aufgebaut sind. In der bekannten höheren Programmiersprache BASIC z. B. können Befehle wie "IF COUNT = 10 THEN STOP" (WENN ZAEHLER = 10 DANN STOPP) verwendet werden, wenn der Computer bei einem Zählerstand von 10 anhalten soll.

Höhere Programmiersprachen werden mit Übersetzern (Compiler oder Interpreter) in niedere Maschinensprache übertragen, die der Computer direkt ausführen kann. Auf der Basis der ihrer Sprache zu Grunde liegenden Konzepte oder Denkschemata werden die höheren Programmiersprachen im Wesentlichen in vier Kategorien eingeteilt:

  • Bei imperativen Programmiersprachen (wie z. B. BASIC, C, COBOL, PASCAL) besteht ein Programm aus einer Folge von Anweisungen oder Befehlen an den Prozessor.
  • Mit Hilfe der funktionalen Programmiersprachen (wie z. B. LOGO) berechnen Programme Funktionen, die Eingabedaten in Ausgabedaten abbilden. Dies erfordert eine eigene, mathematisch ausgerichtete Denkweise bei der Entwicklung von Programmen (Programmierstil).
  • Bei logischen Programmiersprachen (wie z. B. PROLOG) dient ein Programm zur Beweisführung in einem System von Tatsachen und Schlussfolgerungen.
  • In objektorientierten Programmiersprachen (wie z. B. SMALLTALK, C++, JAVA), die aus den imperativen entwickelt wurden, werden alle zur Problemlösung erforderlichen Informationen (Daten und Regeln) als "Objekte" aufgefasst, die durch Senden von "Nachrichten" gleichberechtigt Informationen miteinander austauschen können. Diese Denkweise ist dem menschlichen Denken viel näher als die anderen gängigen Formen des Programmierens. Wichtigstes Prinzip der Objektorientierung ist es, diese Objekte stets nur von außen zu betrachten und ihren inneren Aufbau verbergen.

Diese Frage war schon immer subjektiv beeinflusst. Trotzdem war es früher einfacher: In der Schule fing man mit BASIC oder PASCAL an, Wirtschaftswissenschaftler lernten COBOL, Ingenieure und Naturwissenschaftler favorisierten FORTRAN, wer betriebssystemspezifische Probleme bearbeitete, bevorzugte C. Für eine kleinere Gruppe von Programmierern waren Spezialsprachen wie LISP und PROLOG besonders geeignet, in den Achtzigerjahren begann mit SMALLTALK das objektorientierte Programmieren. Für alle speziellen Anforderungen gab es die geeignete höhere Programmiersprache. In der Weiterentwicklung der einzelnen Sprachen wurde stets versucht, die Stärken der anderen Sprachen zu übernehmen, sodass man heute mit den gängigen Sprachen eigentlich alles programmieren kann.

Ihre Informatiklehrer vom OSZ Handel I sind davon überzeugt, dass das objektorientierte Programmieren für Sie relativ einfach zu erlernen ist, weil es die Denkweise unterstützt, die Sie aus dem Umgang mit den Objekten im täglichen Leben gewöhnt sind. So enthält jedes Objekt immer alles, was für seine bestimmten Aufgaben nötig ist. Die objektorientierte Programmiermethode geht von konkreten, inhaltlichen Problemen aus und nicht von einer theoretischen Computer-Systematik.

Die am OSZ Handel I gewählte Programmierumgebung ist DELPHI 7 von Borland.

-------------------

Quellen:
Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999. Stichwort: "Programmiersprache".
Duden Informatik: ein Sachlexikon für Studium und Praxis, 2. Auflage, Mannheim et al. 1993. Stichwort: "Programmiersprache".
Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2000. © 1993-1999 Microsoft Corporation. Stichwort: "Programmiersprache".
Prof. Dr. J. Dankert: Was soll man lernen, C, C++ oder Java?, vom 24.09.1996 (weitere Angaben unbekannt).

zum Seitenanfang springen

zum Seitenanfang springen