Relationale Datenbanken

Informatik

H. Härtl
S. Spolwig

Das relationale Datenmodell (nach Codd)

Zeigefinger Die Tabelle ist die einzige Datenstruktur des relationalen Modells.

Unabhängig von den Aspekten der jeweiligen Implementierung und physikalischen Realisierung auf einem bestimmten Rechner, bieten relationale Datenbanken dem Anwender eine einfache logische Schnittstelle zu den Datenbeständen.

Diese werden dem Benutzer in Form von Tabellen zur Verfügung gestellt. Entgegen einem hierarchischen Datenmodell müssen keine detaillierten Informationen über die Beziehungen (Referenzen, links) zwischen den einzelnen Objekten verwaltet werden, sondern das System bietet die Daten lediglich als Tupels an, zwischen denen der Benutzer später weitgehend beliebige Beziehungen - auch während der Anwendung - herstellen kann.

Kunde

Kunden-Nr Vorname Name
12 Hans Meier
47 Otto Waalkes
.... ... ...
1020 Rudi Ratlos

video

Video-Nr Titel Genre
101 Casablanca Liebe
348 Alpenglühen Heimat
... ... ...
2851 Schlussmacher Komödien

 

video

Leihnummer K-Nr V-Nr Ausleihdatum Rückgabedatum
1 47 101 2013-06-20 2013-06-22
2 47 348 2013-06-21
... ...  ...    

Jede dieser Tabellen hat folgende Eigenschaften:

  • Jede Tabelle ist autonom und wird durch einen eindeutigen Schlüssel identifiziert.

  • Auf jeden elementaren Wert kann garantiert zugegriffen werden durch eine Kombination von Tabellenname, Primärschlüssel und Spaltenname

  • NULL-Werte  (unbelegte Attributfelder unabhängig von Datentyp) dürfen keine möglichen Primärschlüssel sein und müssen bei Bedarf auch in anderen Spalten ausgeschlossen werden können.

  • Jede Spalte hat einen Bezeichner, der innerhalb der Tabelle eindeutig ist.

  • Die Anordnung der Spalten ist für alle Tupel (Zeilen) in einer Tabelle einheitlich, aber ohne jede Bedeutung.

  • Spalten sind elementar. Dies heißt, dass Tabellen "flache" Datenstrukturen sein müssen, in denen ein Datenfeld keine weitere Datenstruktur enthalten darf.

  • All Einträge innerhalb einer Spalte sind von demselben Typ (meist NUMERIC(n), AMOUNT(n), STRING(n), DATE(n); BLOB)

  • Die Reihenfolge der Tupel ist in der Tabelle beliebig.

Ein Datenbanksystem kann dann relational genannt werden, wenn es die allgemeinen Anforderungen an ein DBS erfüllt und

  1. die Daten dem Benutzer ausschließlich als Relationen (Tabellen) zugänglich macht,
  2. die Primärschlüsselbedingung und die referenzielle Integrität (Fremdschlüsselbedingungen) automatisch überwacht,
  3. die Operationen der Relationenalgebra und die Änderungsoperationen auf Tabellen ausführen kann, ohne dass physische Zugriffe angegeben werden müssen.

 

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